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Werden wir alle sterben?

Zugegeben, ein herausfordernder Titel. Nicht minder herausfordernd wird es offenbar sein, genau das zu verhindern.

Während der Recherche zu der Fortsetzung meines Science-Fiction-Romans „Handbuch zur Rettung der Welt“ habe ich mich noch einmal eingehend mit dem Zustand der Umwelt und dem Verhalten des Menschen beschäftigt.
Seit mehr als 30 Jahren warnt die Wissenschaft uns und die Politik vor den Folgen des Anthropozäns. Wirkungsvolle Gegenmaßnahmen kann ich bisher nicht erkennen.
Und während die Folgen des Klimawandels von den Medien für jeden unübersehbar verbreitet werden, beschränken Politiker sich darauf, vor der Kamera die immer gleiche Phrase von unbürokratischer Hilfe für diejenigen herunterzuleiern, die bereits Opfer der verheerenden Auswirkungen geworden sind. Als wenn jemals irgendetwas in diesem Land unbürokratisch geregelt worden wäre. Man denke nur an das jüngste Drangsal DSGVO.

Auch bei meinen Mitmenschen kann ich nur wenige Bemühungen erkennen. Die privaten PKWs werden immer größer, deren Motoren immer leistungsstärker. Der Straßenverkehr nimmt ungehemmt zu, der Flugverkehr auch, und die Kreuzfahrtschifffahrt ebenfalls. Der Schadstoffeintrag in die Umwelt wächst, die Bundesregierung resigniert und gibt die ursprünglich gefassten Klimaziele auf.
Kaum jemand will sich bescheiden, kaum jemand erkennt an, dass wir alle unsere Lebensweise ändern müssen. Einfacher leben. Nachhaltig und rücksichtsvoll wirtschaften. Die Konsequenzen unseres Lebensstils, rücksichtslos und weit über unsere Verhältnisse hinaus zu konsumieren, werden jeden treffen. Ohne Ausnahme und unmittelbar, nicht nur über das Wetter, auch über die Luft, die wir atmen, über unser Trinkwasser und über Nahrungsmittel.
Gerade heute habe ich die letzte Packung eines Meersalzes verbraucht. Ich kann es künftig nicht mehr verwenden, es ist mit Mikroplastik kontaminiert.
Ich vermisse die Glühwürmchen, die im Sommer abends auf meiner Terrasse herumschwirrten. Wir haben bis zu 80 Prozent der Insekten vernichtet, die die Nahrungsgrundlage der meisten Vögel bilden und von denen nicht wenige die Bestäubung der Pflanzen übernehmen, von denen wir Ernteerträge erwarten.
Unser Trinkwasser ist mit Nitrat, Keimen und Medikamentenrückständen belastet. Uns drohen Infektionen und Pandemien, deren Erreger dann von Reisenden ungehindert in die entlegensten Winkel dieser Welt getragen werden.

Jüngst sehe ich einen Beitrag im Fernsehen, in dem angedroht wurde, dass wir künftig Würmer und Insekten auf unseren Speiseplan setzen werden müssen, weil ohne diese Leckerbissen die wachsende Weltbevölkerung nicht mehr zu ernähren sei.
Sinnvoller wäre es, die Population des Menschen klug zu begrenzen. Egal wovon wir uns ernähren, 9, 10, 11 oder noch mehr Milliarden Menschen sind für diesen Planeten ganz offensichtlich zu viel. Derzeit sind es 7,5 Milliarden und wir haben unsere Umwelt bereits jetzt ruiniert.
Die Ursache zu bekämpfen ist sinnvoller, als in irgendwelche Lifestyle-Gesinnungen zu verfallen, die nur die Symptome behandeln und sich dann zu beklagen, dass andere Menschen diesem Unsinn nicht folgen.

Was jeder tun kann? Informieren und endlich handeln. Verantwortung für den persönlichen Lebensbereich übernehmen und sich dem zu verweigern, was ihm aus Gründen des Profits oder schräger Gesinnung als alternativlos dargestellt wird. Nie war die Ausrede, nichts gewusst zu haben, lächerlicher als heute im Informationszeitalter.

Ich habe Mila und Josh im „Handbuch zur Rettung der Welt“ in einer fiktiven Umwelt platziert, aber es mehren sich die Anzeichen, als stünde uns das beschriebene Szenario tatsächlich bevor.
Bisher kann ich kaum Veränderungsbereitschaft bei den Menschen erkennen. Es wird ignoriert, heruntergespielt und weitergemacht. Und das bringt mich zurück zu meiner Eingangsfrage. Werden wir deswegen alle sterben?
Wir lesen uns. (noch)

Sie ist wieder da

Die News-Rubrik „Autor intern“ fiel Anfang Mai der DSGVO zum Opfer. So, wie der gesamte Blog „Mentalis“, den ich seit 2010 betrieben habe. Ein weiteres Opfer ist zu beklagen, meine Facebook-Fanpage. Den rechtssicheren Betrieb beider Angebote konnte ich unter den gegebenen Umständen nicht mehr aufrecht erhalten. Mir ist der Aufwand zu groß, künftig einen permanenten Prozess zum Datenschutz zu überwachen. Selbst für meine neue statische Homepage erreicht die Datenschutzerklärung bereits einen Umfang von 9! DIN A4 Seiten, die ich nur mit Unterstützung eines Anwalts erstellen konnte.
Insgesamt hatte ich die DSGVO zum Anlass genommen, meine Präsenz im Netz zu straffen, um wieder mehr „Schreibzeit“ zu gewinnen.

Heute aber las ich einen Artikel über den geschätzten Kollegen T. C. Boyle. Er bietet auf seiner Homepage einen lobenswerten Mehrwert für seine Leser in Form einer News-Seite an. Mehr oder weniger kurze Artikel über seine Bücher, seine Arbeit als Autor oder über dieses oder jenes, was ihn beschäftigt oder widerfahren ist. Das erinnerte mich an meine Rubrik „Autor intern“, in der ich ganz ähnliche Inhalte in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht hatte.

Sie ist also wieder da. Unter „Neues“ habe ich heute diesen ersten Artikel veröffentlicht und in Zukunft werden weitere Beiträge folgen. Wir lesen uns.